Antrag der Partei „The Left“ auf eine Debatte über die Zinsentscheidung der EZB
2026-09-14
Das Parlament lehnte am Montag, dem 14. September 2026, zum zweiten Mal den Antrag der Fraktion „The Left“ ab, eine Erklärung des Rates und der Kommission zur Entscheidung der EZB über die Anhebung der Zinssätze und deren Auswirkungen auf die Lebenshaltungskosten auf die Tagesordnung zu setzen – mit 154 Ja-Stimmen, 216 Gegenstimmen und 85 Enthaltungen. Die EPP und Renew stimmten praktisch einstimmig dagegen, die Grünen/EFA einstimmig dafür, während die S&D sich durch Stimmenthaltung faktisch der Abstimmung entzogen. Die Beteiligung war gering (63,5 % der Sitze besetzt), was für die montäglichen Sitzungen in Straßburg typisch ist.

Das Parlament stimmte am Montag, dem 14. September 2026, über den Antrag der Fraktion „The Left“ ab, eine Erklärung des Rates und der Kommission zur Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Zinssätze anzuheben, sowie zu deren Auswirkungen auf die steigenden Lebenshaltungskosten auf die Tagesordnung zu setzen. Es handelte sich um eine Verfahrensabstimmung über die Tagesordnung, nicht um eine inhaltliche Entscheidung zur Politik der EZB – dennoch zeigt sie, wie die einzelnen Fraktionen zu diesem Thema stehen. Der Antrag wurde mit 154 Ja-Stimmen, 216 Nein-Stimmen und 85 Enthaltungen abgelehnt.
Es war bereits der zweite Versuch von „The Left“. Im Juni 2026 hatte die Fraktion einen ähnlichen Antrag auf Aufnahme desselben Themas gestellt, diesen jedoch noch vor der Abstimmung zurückgezogen. Im September fand die Abstimmung statt, und der Antrag wurde abgelehnt.
Die vier demokratischen Fraktionen gingen in ihrer Haltung deutlich auseinander. Die EVP stimmte praktisch einstimmig dagegen, ebenso wie „Renew“. Die Grünen/EFA sprachen sich hingegen einstimmig für die Aufnahme der Debatte aus. Die Position der S&D bleibt unklar: Die Fraktion stimmte formal dafür, doch die überwiegende Mehrheit ihrer anwesenden Mitglieder enthielt sich der Stimme – faktisch zog sie sich also eher aus der Entscheidung zurück, als dass sie den Antrag unterstützt hätte.
Die extreme Rechte trat nicht als einheitlicher Block auf, sodass nicht von einer ultrakonservativen Mehrheit gesprochen werden kann, die den Antrag durchgesetzt oder abgelehnt hätte. Die ECR stimmte dagegen, war aber intern deutlich gespalten. Die PfE hingegen sprach sich mehrheitlich für die Aufnahme der Debatte aus. Die ESN stimmte dagegen. Die Ablehnung folgte somit keinem klaren Muster zwischen rechts und links – gegen den Antrag waren die EPP, Renew und ein Teil der extremen Rechten, dafür stimmten die Greens/EFA, The Left und die Mehrheit der PfE.
Die Beteiligung war gering – von 717 besetzten Sitzen wurden 455 Stimmen abgegeben, das entspricht 63,5 %. Dies entspricht dem für die Montagsitzungen in Straßburg typischen Muster, wenn die Abgeordneten gerade erst anreisen: Vergleichbare Abstimmungen zur Tagesordnung am Montag im Jahr 2026 liegen im gleichen Bereich von 433 bis 455 Stimmen, während die Abstimmungen am Dienstag und Mittwoch derselben Woche 650 bis 670 erreichen, also etwa 30 Prozentpunkte mehr. Die höchste Beteiligung verzeichnete die Fraktion Greens/EFA (etwa 87 %) – eine Fraktion, die zudem als einzige in ihrer Befürwortung völlig einig war. Die niedrigste Beteiligung verzeichnete die ECR (etwa 40 %) – eine Fraktion, die auch intern am stärksten gespalten war; ob diese beiden Zahlen miteinander zusammenhängen, lässt sich anhand der verfügbaren Daten nicht feststellen.
Die EZB setzt unterdessen die Anhebung der Zinssätze fort: Zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöhte sie diese am 10. September 2026, zum ersten Mal im Juni 2026 nach fast drei Jahren; im Juli ließ sie sie unverändert. Die Inflation in der Eurozone stieg unterdessen nicht geradlinig an: Von 3,2 % im Mai sank sie im Juni auf 2,8 %, dann stieg sie zweimal an – auf 2,9 % im Juli und laut einer Schnellschätzung auf 3,3 % im August, was den höchsten Wert seit September 2023 darstellt, was vor allem auf die Energiepreise im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten zurückzuführen ist.
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