Stärkung der Rolle des Euro in der Weltwirtschaft

2026-09-15

Die Europaabgeordneten in Straßburg haben den Bericht des ECON-Ausschusses zur Stärkung der internationalen Rolle des Euro (Berichterstatter: Rasmus Andresen, Grüne/EFA) mit 405 Ja-Stimmen, 146 Nein-Stimmen und 60 Enthaltungen angenommen. Vier demokratische Fraktionen – EPP, S&D, Renew und Greens/EFA – stimmten geschlossen dafür, während ECR, PfE und ESN gemeinsam dagegen stimmten. Die Beteiligung war deutlich geringer als bei den anderen Abstimmungen am Dienstag: 85,2 % der Sitze waren besetzt.

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Das Europäische Parlament in Straßburg hat in seiner abschließenden Abstimmung den Bericht zur Stärkung der internationalen Rolle des Euro mit 405 Ja-Stimmen, 146 Nein-Stimmen und 60 Enthaltungen angenommen. Es handelte sich um einen Initiativbericht des ECON-Ausschusses (Drucksache A10-0214/2026), dessen Berichterstatter Rasmus Andresen (Grüne/EFA) war. Drei der vier demokratischen Fraktionen – EVP, S&D und Renew (die Grünen/EFA benannten keinen eigenen Schattenberichterstatter, da der Berichterstatter selbst aus ihren Reihen stammt) – sowie die ECR, PfE und The Left, sodass die Verhandlungen über den Bericht ein breites politisches Spektrum abdeckten.

Die vier demokratischen Fraktionen stimmten einstimmig für den Bericht: Die EVP unterstützte ihn mit überwältigender Mehrheit, S&D und Greens/EFA einstimmig, Renew ebenfalls deutlich. Demgegenüber stimmten ECR, PfE und ESN als geschlossener, koordinierter Block dagegen – PfE und ESN völlig einstimmig, die ECR mit überwältigender Mehrheit. Es handelte sich nicht um den vereinzelten Widerspruch einer einzelnen Delegation, sondern um ein abgestimmtes Vorgehen der gesamten extremen Rechten. Das Abstimmungsergebnis zeigte somit ein klares Bild: Einigkeit der demokratischen Mitte gegen den einheitlichen Widerstand der rechtsextremen Fraktionen.

Der Bericht knüpft an die langjährige Debatte darüber an, wie die Position des Euro in der Weltwirtschaft gegenüber dem Dollar und anderen Währungen gestärkt werden kann. Zu den Themen, die in dieser Debatte regelmäßig auftauchen, gehören die Einführung eines digitalen Euros, die Vollendung der Kapitalmarktunion und die Idee eines gemeinsamen europäischen sicheren Vermögenswerts – einer über die Mitgliedstaaten hinweg besicherten Anleihe, die als sichere Anlage dienen könnte, vergleichbar mit US-Staatsanleihen.

Laut dem Jahresbericht der Europäischen Zentralbank über die internationale Rolle des Euro vom Juni 2026 stieg der zusammengesetzte Index für die internationale Verwendung des Euro im Jahr 2025 um 0,2 Prozentpunkte; Das Euro hält einen Anteil von etwa einem Fünftel bei den Indikatoren für die internationale Verwendung von Währungen und bleibt nach dem Dollar die zweitwichtigste Währung des globalen Währungssystems. Das Emissionsvolumen internationaler Anleihen in Euro erreichte im Jahr 2025 einen Rekordwert von mehr als 1,1 Billionen Dollar, und der Euro wurde erstmals zur führenden Währung bei grünen und nachhaltigen Anleihen und überholte damit den Dollar in diesem Segment. Demgegenüber sank der Anteil des Euro am weltweiten Devisenhandel um etwa zwei Prozentpunkte auf 28,5 %. Die EZB nennt drei Voraussetzungen für die Stärkung der Rolle des Euro: wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit (Vollendung des Binnenmarkts und Vertiefung der Kapitalmärkte), rechtliche und institutionelle Integrität sowie geopolitische Glaubwürdigkeit.

Die Beteiligung an der Abstimmung war deutlich geringer als bei den anderen Schlussabstimmungen derselben Sitzung am Dienstag: 611 von 717 besetzten Sitzen nahmen an der Abstimmung teil, das sind 85,2 %, während die anderen abschließenden Abstimmungen am Dienstag eine Beteiligung von 92,9 bis 94,3 % erreichten. Die höchste Beteiligung verzeichnete die EVP (89,1 %), die niedrigste die ESN (77,8 %).

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