Ceuta: Streit um die Reaktion auf hybride Angriffe an der EU-Grenze

2026-09-17

Das Europäische Parlament in Straßburg hat am 17. September 2026 mit 339 zu 225 Stimmen (bei 16 Enthaltungen) eine Entschließung zu hybriden Angriffen und der Instrumentalisierung von Migranten in Ceuta angenommen, in der eine koordinierte Reaktion zum Schutz der EU-Außengrenzen gefordert wird. Es handelte sich um einen von sieben konkurrierenden Entschließungsanträgen zu diesem Thema; eine Einigung auf einen gemeinsamen Text der Fraktionen konnte nicht erzielt werden. Der Text wurde von der EVP gemeinsam mit den rechtsextremen Fraktionen (ECR, PfE, ESN) gegen die S&D und die Grünen/EFA durchgesetzt, während die Fraktion Renew intern gespalten war.

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Das Europäische Parlament hat am Donnerstag, dem 17. September 2026, in Straßburg über eine Entschließung zu hybriden Angriffen und der Instrumentalisierung von Migranten in Ceuta sowie zur Notwendigkeit einer koordinierten Reaktion zum Schutz der EU-Außengrenzen abgestimmt. Es handelte sich um eine eigenständige Entschließung gemäß Artikel 136(2) der Geschäftsordnung (das sogenannte RSP-Verfahren für aktuelle Themen) und nicht um einen Bericht eines Ausschusses – bei dieser Art von Text gibt es weder einen Berichterstatter noch Schattenberichterstatter, da der Entwurf direkt von den Fraktionen eingereicht wird. Die Fraktionen konnten sich nicht auf einen gemeinsamen Text einigen, sodass über sieben konkurrierende Entschließungsanträge abgestimmt wurde; angenommen wurde nur einer davon, der Text B10-0406/2026, mit 339 Ja-Stimmen, 225 Gegenstimmen und 16 Enthaltungen.

Die vier demokratischen Fraktionen waren sich in der Bewertung des Textes uneinig. Die EPP stimmte einstimmig dafür, ohne eine einzige Gegenstimme. Die S&D war ebenso einstimmig in die entgegengesetzte Richtung – gegen den Text. Die Grünen/EFA stimmten fast einstimmig dagegen, mit nur einer vereinzelten Ausnahme. Renew Europe war als einzige der vier Fraktionen intern gespalten, ohne dass sich eine Richtung deutlich durchsetzen konnte – was zeigt, dass der Text innerhalb des liberalen politischen Spektrums eine Kontroverse und keinen Konsens ausgelöst hat.

Zwei Tage vor der Abstimmung äußerten sich die EVP und die S&D zu diesem Thema – es handelt sich dabei um eine allgemeine Stellungnahme zur Lage in Ceuta, nicht um einen Kommentar direkt zu dieser Entschließung. Die stellvertretenden Vorsitzenden der EVP, Tomas Tobé und Dolors Montserrat, warfen der spanischen Regierung vor, die Grenzverletzung in Ceuta nicht verhindert zu haben und dafür die Verantwortung zu tragen. Die stellvertretende Vorsitzende der S&D, Ana Catarina Mendes, bezeichnete Ceuta hingegen als Ziel eines hybriden Angriffs feindlicher Akteure mit Verbindungen zur extremen Rechten und rief zur Solidarität mit Spanien auf. Renew Europe und die Grünen/EFA haben zu diesem Thema auf ihren Websites keine aktuellen Stellungnahmen veröffentlicht.

Die Entschließung wurde angenommen, da sich die gesamte extreme Rechte der EVP angeschlossen hatte – ECR, PfE und ESN stimmten als ein Block ab, ohne eine einzige Gegenstimme. Die entscheidende Mehrheit wurde somit von der EVP gemeinsam mit der ECR, der PfE und der ESN getragen, während die S&D und die Grünen/EFA dagegen waren und Renew gespalten blieb.

Die Beteiligung war geringer als bei Konsensabstimmungen – 580 von 717 Abgeordneten nahmen an der Abstimmung teil, also etwa vier von fünf. Unter den vier demokratischen Fraktionen verzeichneten die Grünen/EFA die höchste Beteiligung, die EPP hingegen die niedrigste – also genau die Fraktion, die die Entschließung faktisch durchgesetzt hat.

Wer den Text B10-0406/2026 formell eingereicht hat, lässt sich anhand öffentlich zugänglicher Quellen nicht mit Sicherheit feststellen – in den Verfahrensunterlagen wird die Verfassergruppe nicht genannt. Sowohl zeitgenössische Berichte als auch das Abstimmungsverhalten (Übereinstimmung der EPP mit der extremen Rechten) deuten darauf hin, dass es sich um einen mit der EPP in Verbindung stehenden Text handelte; dies ist jedoch eine Schlussfolgerung und keine gesicherte Tatsache. Diese Abstimmung ist von einer anderen, separaten Abstimmung vom 16. September 2026 (435:209, 13 Enthaltungen) über einen Änderungsantrag zum Bericht über hybride Bedrohungen, der eine ähnliche Formulierung zu Ceuta betraf, bei dem es sich jedoch um ein anderes Verfahren und einen anderen Text handelte.

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